Welpensozialisierung

Sozialisierung schreiben wir genauso wie Ernährung und Gesundheit ganz groß. Die Kleinen bekommen hier vor ihrem Auszug eine exzellente Sozialisierung.

Wir beginnen schon sehr früh mit der Sozialisierung unserer Welpen. Anfangs mit bunten Spielsachen, wie Bällebad, Wippe, Nestschaukel, Pappkartons und den üblichen Verdächtigen, wie Staubsauger, Kreissäge, Akkuschrauber und Co. Ab der 6. Woche machen wir Ausflüge in die nahe Umgebung. Wir fahren mit der Welpenkarre (Übung für Transportbox und Fahrradanhänger) und lernen auch schon an der Leine zu laufen.

Tägliche kleine Runden zum Einkaufszentrum nebenan und an der Strasse sind fest im Programm. In der 8. Woche stehen Ausflüge mit dem Auto auf der Liste.

Bauernhof, Tierpark,Barfusspfad, Bahnhof, Tierarzt und Freunde und Bekannte werden mit einem Besuch beglückt.

Wir machen auch einen kleinen Nachtspaziergang, denn Scheinwerfer von Autos und Fahrrädern sind etwas Neues. Stimmen im Dunkeln von Menschen die man nicht gut sehen kann ,sind auch gruselig. Huhuuuuuuuu.

Warum sind denn Aussenreize in der Welpenaufzucht so furchtbar wichtig:

Die Aufzucht & die Herkunft macht den Unterschied

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Ein Aufgrund der bahnbrechenden, über 20 Jahre dauernden Untersuchung von John Paul Scott und John L. Füller wissen wir, dass Welpen darauf programmiert sind zu lernen, wie ihre Sozialpartner auszusehen und sich zu verhalten haben. Durch ständiges Anfassen gewöhnen sie sich immer mehr an die Menschen.

Die Begrüßungen bestehen nun nicht mehr nur aus Rutenwedeln. Nimmt man die Wonneproppen auf den Arm, versuchen sie unsere Nase und unser Gesicht abzulecken. Der Züchter muss sich deshalb ab dieser Zeit dem einzelnen Welpen auch mal alleine widmen, wenn möglich täglich, denn der Hund soll sich an das Lernen gewöhnen. Im Spiel mit dem Menschen wird die Sicherheit des Hundes gegenüber dem Menschen verstärkt und seine lustbetonte Zusammenarbeit mit ihm, was man dann später als Arbeitsfreude bezeichnet.

Denn wir brauchen einen Hund, der zur Zusammenarbeit mit uns freudig bereit ist, und dies nicht nur in der Therapiearbeit. Wir müssen ihn jedoch auch an nicht so tolle Erlebnisse heranführen, wie ist es z.B. wenn man festgehalten wird und nicht weg kann.

Man kann wunderbar beobachten, wie die die Welpen von Woche zu Woche mehr Territorium für sich erobern. Der Welpenauslauf drinnen und eine Woche später dann draußen, muss deshalb nunmehr einem Abenteuerspielplatz gleichen und zur wesentlichen Erweiterung des Erfahrungsschatzes zur Verfügung stehen.

Denn ungefähr ab dem 23. Tag haben die Welpen den natürlichen Drang ihren Aktionsradius auszuweiten. Wir sorgen jetzt für mehr und mehr reizvolle neue Erfahrungsquellen, die alle Sinne ansprechen.

Denn was jetzt versäumt wird, lässt sich nie wieder in gleichem Maße nachholen, was jetzt gelernt und verankert wird, beeinflusst die Wesensentwicklung nachhaltig.

Aber auch negative Erfahrungen verankern sich leider tief. Es ist deshalb auch immer eine Gratwanderung.

Sie müssen lernen, wie unterschiedliche Dinge schmecken und aussehen, sich unterschiedliche Dinge anfühlen, sowohl wenn man sie zerkaut, als auch wenn man sie mit den Pfoten berührt. Sie müssen verschiedene Gerüche kennen lernen (wobei hier schon das Gedächtnis trainiert wird) und verschiedene Geräusche. Durch Klettern und Balancieren lernen sie immer besser mit ihrem Körper umzugehen.

Im Alter von 4-5 LW ist das Apportieren schon ansatzweise zu beobachten. Es beruht also auf einer natürlichen Veranlagung, die durch Lernen komplettiert wird. Gegenstände, um die es sich lohnt zu kämpfen und zu jagen und die mit den Zähnen bearbeitet und weggetragen werden können, müssen unbedingt vorhanden sein.

Und da Altbekanntes schnell ergründet und auch langweilig wird, muss dafür gesorgt werden, dass immer wieder neue Reize und neue Anblicke geboten werden. Verschiedene Bodenbeläge sind für die Welpen eine interessante Herausforderung: Spielend erobern sie jeden Zentimeter ihrer Umgebung und erkunden neugierig nach und nach ihre Umwelt. Weil sie diese Erfahrung selbständig machen und mit Erfolg meistern, können sie sich später überall sicher bewegen. Wir füttern u.a. Ziegenmilch, Eier, gewolftes Rindfleisch, incl. frischem Pansen, Hüttenkäse, Hähnchen – und Rinderhackfleisch, frisches Gemüse, zum Knabbern und Gewöhnen auch etwas Trockenfutter, selbstgebackene kleine Leckerlis und Kauartikel wie z.B. Hasenohren, Kälberblasen und Kalbsknochen. Wir stellen ihre Futterschüssel mit der Zeit, von drinnen, auf den Wiesenboden auf die entsprechenden Hindernisse, so dass sie diese beim Fressen positiv verknüpfen.Man muss ihre Umgebung jedoch immer wieder verändern, nach und nach etwas hinzufügen und etwas bekanntes wieder entfernen, um für neue Herausforderungen und Reize zu sorgen. Entscheidend ist dabei, dass durch diese Eroberung neuer Dinge das dopaminerge System im Gehirn der Welpen in Gang kommt, indem sie letztlich lustvolle Erlebnisse aus der Konfrontation mit dem ursprünglich einschüchternden Reiz gewinnen. Jede dieser Situationen bildet so ein Modell für die spätere Einstellung der Welpen gegenüber Unvorhergesehenem. Wer viele verschiedenen Objekte mit dieser positiven Erfahrung verknüpft hat, wird sich später über das Auftauchen neuer Dinge freuen, womit das psychische Immunsystem gegen Angstprobleme weiter gestärkt wird.

Unser Garten sieht deshalb aus wie eine Mischung zwischen Disneyland, Märchenwald, Wildpark und Recyclingplatz.Die Welpen spielen im Gras, in Sträuchern und Hecken, auf Betonsteinen, im Dreck und Wasser, kriechen in Öffnungen wie Eimer, Tunnels oder Kartonagen und auf erhöhte Liegestellen, machen Tauziehen, verursachen mit Spielzeugen selbst verschiedene Geräusche, lernen die unterschiedlichsten Objekte kennen usw. Eine reiz- und erlebnisarme Aufzucht von Hundewelpen gilt inzwischen als verwerflich, denn es entspricht einem Kaspar-Hauser-Leben. Ein Hund braucht jedoch auch die Veranlagung seine Welt erobern zu können. Dies äußert sich im Bestreben, Neugier- und Erkundungsverhalten auch zu entfalten.Und auch wenn ein Hund in seiner Welpen- und Junghundezeit so viel lernt, wie sonst nie mehr in seinem Leben, so kann er doch bis ins hohe Alter täglich immer wieder Neues lernen. Lernen ist ein lebenslanger Prozess aktueller Anpassung. Ein optimal gestalteter Auslauf befriedigt gleichzeitig die Neugier, schafft Spielanreize und trainiert den Abbau der natürlichen Scheu/Ängstlichkeit des Hundes vor etwas Neuem/Unbekanntem. Welpen, welchen eine abwechslungsreiche und vielgestaltige Aufzuchtsumwelt mit den Qualitäten eines Abenteuerspielplatzes geboten wurde, waren cleverer, aufgestellter, neugieriger, selbstsicherer und vor allem lernfähiger/-freudiger, als jene, die gut gepflegt mit bestem Stammbaum in einer reizarmen Umwelt aufwuchsen.

Sie wussten und konnten mehr und wurden noch lernbegieriger nach dem Motto: Wer viel weiß, will noch mehr wissen.

Eine wichtige Devise, in der qualitativen hochwertigen Zucht , finde ich, sollte deshalb immer sein: Vielfältige sowie Erfolg versprechende Lernmöglichkeiten bieten und Welpen selber machen lassen. In einem Versuch wurden z.B. Hunde die ersten Lebensmonate in einer Umgebung gehalten, die sehr wenig Anreize für die Sinnesentwicklung bot. Im Vergleich zu Hunden, die in normaler richtiger Umgebung aufwuchsen, verhielten sie sich regelrecht hyperaktiv. Sie lernten auch viel schlechter. Wenn sie sehr aufgeregt waren, hatten sie eine deutliche Tendenz zu stereotypem Verhalten – das sind sich zwanghaft wiederholende Verhaltensweisen, wie z.B. das im Kreis drehen, lecken usw. Bestimmte Teile des Gehirns konnten sich nicht entwickeln. Dadurch kam es zur Hyperaktivität.

Deshalb:“Die Aufzucht macht den Unterschied!“

Hier ein paar Einblicke in unsere Welpen“Kiste“